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Geschichte der Universität Bayreuth

Nach dem Gründungsbeschluss 1972 nahm die Universität Bayreuth 1975 den Lehr- und Studienbetrieb auf. Seitdem hat sich die Campus-Universität mit ihren mittlerweile sieben Fakultäten dynamisch entwickelt und ist heute fest in der bayerischen, deutschen und internationalen Bildungs- und Forschungslandschaft etabliert. 

Am 5. November 1969 befasste sich der Bayreuther Stadtrat mit der wirtschaftlichen Stagnation und den Abwanderungstendenzen in Nordostbayern, die aus dessen Lage nahe den Grenzen zur DDR und zur Tschechoslowakei resultierten. Um eine wirksame Strukturverbesserung einzuleiten, die gleichwertige Lebensbedingungen mit dem übrigen Bundesgebiet gewährleistet, seien demnach verschiedene Maßnahmen erforderlich. In diesem Zusammenhang beantragte der Stadtrat einstimmig die Errichtung einer Universität in Bayreuth. Am 19. März 1970 rief man einen Universitätsverein ins Leben, dessen Mitgliederanzahl schnell auf 800 anwuchs. Neben Bayreuth bewarben sich auch Bamberg, Coburg, Landshut, Passau und Ingolstadt als Standorte für eine Universität oder Hochschule.

Abgeordnete aller im Bayerischen Landtag vertretenen Parteien, der Bezirkstag Oberfranken und zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens setzten sich für den Bau der Universität ein. Am 16. Juli 1970 erreichten sie einen Landtagsbeschluss, demzufolge die nächste bayerische Landesuniversität in Bayreuth errichtet werden sollte. 1971 empfahl der Wissenschaftsrat die Aufnahme der Universität in die Maßnahmen nach dem Hochschulbauförderungsgesetz.

Die Universität wurde vom Bayerischen Landtag zum 1. Januar 1972 als siebte bayerische Landesuniversität ins Leben gerufen. Als Standort wurde das Gelände des einstigen Exerzierplatzes südlich der Stadtteile Kreuzstein und Birken gewählt. Die Geschäftsstelle der Universität Bayreuth nahm 1972, zunächst im von den Nationalsozialisten errichteten Haus der deutschen Kurzschrift („Stenohaus“) am Luitpoldplatz, ihre Tätigkeit auf. Im Oktober 1973 trat Gründungspräsident Klaus Dieter Wolff sein Amt an. Am 23. März 1974 folgte die Grundsteinlegung, am 27. November 1975 eröffnete Kultusminister Hans Maier mit einem Staatsakt im Markgräflichen Opernhaus die Universität Bayreuth mit Schwerpunkt Naturwissenschaften.

1975 - 1985

Zum Wintersemester 1975/76 nahm die Universität Bayreuth den Forschungs- und Lehrbetrieb mit 632 Studierenden, 24 Professoren und einer Professorin auf. Angeboten wurden zunächst die Diplomstudiengänge Biologie und Mathematik, dazu Lehramt für Grund- und Hauptschulen sowie für Gymnasien (Fächer Mathematik, Physik und Sport).

Der Campus wuchs schnell: Erstes Bauwerk war das 1975 fertiggestellte "Naturwissenschaftliche Mehrzweckgebäude", heute Geowissenschaften I. Es folgten Geowissenschaften II (1977), Naturwissenschaften I (1978), Geisteswissenschaften I (1980, heute: Rechtswissenschaften II) und Naturwissenschaften II (1983). Auch in Sachen Verpflegung ging es an der Uni Bayreuth voran: 1977 nahm die Behelfsmensa (heute Glashaus) den Betrieb auf, im April 1983 wurde das neue Mensagebäude eingeweiht.

Im Sommer 1977 nahm das Forschungsinstitut für Musiktheater im Schloss Thurnau seine Tätigkeit auf. Am 27. November 1981 wurde im Gebäude der ehemaligen markgräflichen Münzstätte in Bayreuth das Afrikazentrum „Iwalewahaus“ eröffnet.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau des ökologischen Schwerpunkts und zur Unterstützung von Forschung und Lehre begann die Universität Bayreuth schon bald nach Betriebsaufnahme mit der Einrichtung eines großflächigen Ökologisch-Botanischen Gartens (ÖBG). Dort wurden Vegetationstypen aus aller Welt nachgebildet, was profilrelevante Forschungsaktivitäten ermöglichen sollte. Gleichzeitig umfasste das Konzept den neuartigen Aspekt der Öffentlichkeit und des Erholungswerts für die Region. 1978 wurde der ÖBG gegründet, 1984 teilbezogen.

Im zehnten Wintersemester, 1984/85, waren 4.512 Studierende an der Uni Bayreuth eingeschrieben.

1986 - 1995

Im Jahr 1986 wurde das Bayerische Geoinstitut errichtet, im Mai 1987 das Institut für Sportwissenschaft und die Zentralbibliothek fertiggestellt. Letztere wurde im Juli 1988 offiziell eröffnet. Es folgten das Sportzentrum (1988), Geisteswissenschaften II (1989, heute: GW I), die Zentrale Universitätsverwaltung, das Studentenwerk Oberfranken und das Audimax (alle 1994 eingeweiht). Zudem wurde ab 1995 die sechste Bayreuther Fakultät, die Fakultät für angewandte Naturwissenschaften (FAN), errichtet.

Auch in Sachen Studium, Forschung und Campusleben ging es voran: Unter der Bezeichnung „Pflanzen-Herbivoren-Systeme“ wurde 1987 das erste Graduiertenkolleg in Bayern eingerichtet. 1989 wurde die erste Frauenbeauftragte berufen und 1991 das Sinfonieorchester der Universität gegründet.

Im Wintersemester 1994/95 waren 8.717 Studierende an der Uni Bayreuth eingeschrieben.

1996 - 2005

Der Campus wuchs auch Ende der 1990er/Anfang der 2000er weiter. So wurde im September 1998 die FAN eröffnet, die Einweihung folgte im Jahr 2000. Im April 2001 zog die Kulturwissenschaftliche Fakultät vom Bayreuther Geschwister-Scholl-Platz in das neu errichtete Gebäude Geisteswissenschaften II auf dem Campus. Im Oktober 2004 wurde das Laborgebäude des Bayreuther Zentrums für Kolloide und Grenzflächen eingeweiht.

Zum Ende des Jahrtausends erweiterte die Universität ihr Profil noch einmal erheblich, indem sie ihre Forschungsschwerpunkte auf neun ausweitete und im Rahmen der europäischen Studiengangsreformen (Bologna-Prozess) zum Wintersemester 1999/2000 das Bachelor- und Mastersystem einführte.  Im November 1998 hatte der Hochschulrat seine konstituierende Sitzung.

Im Wintersemester 2004/05 waren – nachdem die Zahlen um die Jahrtausendwende zeitweise auf 7.301 gesunken waren – 9.530 Studierende an der Uni Bayreuth eingeschrieben.

2006 - 2015

Im Dezember 2006 wurde das Bayreuther Materialzentrum (BayMat), im April 2007 das Bayerische Hochschulzentrum für China (BayCHINA) eingerichtet. 2009 begann der Bau des Gebäudes Rechtswissenschaften I (eingeweiht: Februar 2012), im Januar 2011 war die Grundsteinlegung von Naturwissenschaften III (eingeweiht: Juli 2013). Zudem wurde im Jahr 2012 das Fraunhofer-Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau (HTL) errichtet.

Im Jahr 2007 startete ein neues, mittlerweile etabliertes Format: Die Kinderuni, die im Sommer erstmals stattfand. Außerdem bekam die FAN 2013 einen neuen Namen: Aus der Fakultät für angewandte Naturwissenschaften wurde die Fakultät für Ingenieurwissenschaften.

Im Jahr 2011 stand die Uni Bayreuth im Zuge der Plagiatsaffäre um Karl-Theodor zu Guttenberg deutschlandweit im Fokus der Medien. Am 23. Februar erkannte die Promotionskommission seinen Doktorgrad ab.

Im Wintersemester 2014/15 waren 13.280 Studierende an der Uni Bayreuth eingeschrieben. Insgesamt gab es 147 Studiengänge, die an sechs Fakultäten angeboten und von 234 Professorinnen und Professoren unterrichtet wurden.

Nach ihrem Jubiläum im Jahr 2015 baute die Universität Bayreuth ihre internationalen Kontakte aus: Im April 2016 eröffnete das Gateway-Office auf dem Campus der Shanghai International Studies University (SISU) in China, im Juni 2018 das in den Räumlichkeiten des Australian-German Energy Transition Hub der University of Melbourne in Australien und im Juli 2020 das an der Université de Bordeaux in Frankreich.  

Außerdem erweiterte die Uni Bayreuth ihr Angebot um eine weitere Fakultät: Im Jahr 2019 wurde die Fakultät VII für Lebenswissenschaften: Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit am Außenstandort in Kulmbach gegründet. Bis 2025 sollen in Kulmbach bis zu 1.000 Menschen aus verschiedenen Ländern studieren und 22 Professuren etabliert werden. 

2018 und 2019 erhielten zwei Sonderforschungsbereiche (SFB) Fördermittel durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG): Seit 2018 wird der SFB 225 "Biofabrication. Von den Grundlagen der Biofabrikation zu funktionalen Gewebemodellen" insgesamt vier Jahre lang gefördert, seit 2019 der SFB 1357 "Mirkoplastik. Gesetzmäßigkeiten der Bildung, des Transports, des physikalisch-chemischen Verhaltens sowie der biologische Effekte: Von Modell- zu komplexen Systemen als Grundlage neuer Lösungsansätze" ebenfalls für vier Jahre. 

Im Jahr 2025 wird die Universität Bayreuth ihr 50-jähriges Bestehen feiern. 

Am 5. November 1969 befasste sich der Bayreuther Stadtrat mit der wirtschaftlichen Stagnation und den Abwanderungstendenzen in Nordostbayern, die aus dessen Lage nahe den Grenzen zur DDR und zur Tschechoslowakei resultierten. Um eine wirksame Strukturverbesserung einzuleiten, die gleichwertige Lebensbedingungen mit dem übrigen Bundesgebiet gewährleistet, seien demnach verschiedene Maßnahmen erforderlich. In diesem Zusammenhang beantragte der Stadtrat einstimmig die Errichtung einer Universität in Bayreuth. Am 19. März 1970 rief man einen Universitätsverein ins Leben, dessen Mitgliederanzahl schnell auf 800 anwuchs. Neben Bayreuth bewarben sich auch Bamberg, Coburg, Landshut, Passau und Ingolstadt als Standorte für eine Universität oder Hochschule.

Abgeordnete aller im Bayerischen Landtag vertretenen Parteien, der Bezirkstag Oberfranken und zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens setzten sich für den Bau der Universität ein. Am 16. Juli 1970 erreichten sie einen Landtagsbeschluss, demzufolge die nächste bayerische Landesuniversität in Bayreuth errichtet werden sollte. 1971 empfahl der Wissenschaftsrat die Aufnahme der Universität in die Maßnahmen nach dem Hochschulbauförderungsgesetz.

Die Universität wurde vom Bayerischen Landtag zum 1. Januar 1972 als siebte bayerische Landesuniversität ins Leben gerufen. Als Standort wurde das Gelände des einstigen Exerzierplatzes südlich der Stadtteile Kreuzstein und Birken gewählt. Die Geschäftsstelle der Universität Bayreuth nahm 1972, zunächst im von den Nationalsozialisten errichteten Haus der deutschen Kurzschrift („Stenohaus“) am Luitpoldplatz, ihre Tätigkeit auf. Im Oktober 1973 trat Gründungspräsident Klaus Dieter Wolff sein Amt an. Am 23. März 1974 folgte die Grundsteinlegung, am 27. November 1975 eröffnete Kultusminister Hans Maier mit einem Staatsakt im Markgräflichen Opernhaus die Universität Bayreuth mit Schwerpunkt Naturwissenschaften.

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Die Universitätschronik von 1969 bis jetzt bietet einen ausführlichen Überblick über den Werdegang der Universität Bayreuth.