Dem Projekt „LePaLuMo“ liegt ein Konzept zum Monitoring und zur Verbesserung von krankheitsbezogener Lebensqualität zugrunde, das an der Universität Regensburg entwickelt wurde. Es stellt die Lebensqualität von Patient*innen mit Nachdruck in den Mittelpunkt. In Studien zu Brust- und Darmkrebs hat sich dieses Konzept als sehr erfolgreich erwiesen, nun soll es auf Lungenkarzinome ausgeweitet werden. Dabei werden – im Rahmen eines Discrete-Choice-Experiments – zunächst die Präferenzen von Lungenkrebspatient*innen und ihren nachsorgenden Ärzt*innen ermittelt. Die Ärzt*innen sollen sich besser, als dies bisher der Fall war, einen umfassenden Eindruck vom gesundheitlichen Status ihrer Patient*innen machen können. So werden sie in der Lage sein, ihre Kommunikation ganzheitlich auf die Erfahrungen, Bedürfnisse und Interessen der Patient*innen auszurichten, statt sich auf vereinzelte klinische Aspekte zu fokussieren.
Während der Krebstherapie und der Nachsorge werden – mithilfe einer digitalen Gesundheitsanwendung – alle relevanten Aspekte der individuellen Lebensqualität von Lungenkrebspatient*innen kontinuierlich erfasst. Die so gewonnenen individuellen Profile sollen den Betroffenen selbst und mit deren Einverständnis allen zur Verfügung gestellt werden, die an der Therapie mitwirken. Damit bei Bedarf schnell und zielgerichtet kompetente Ansprechpartner*innen kontaktiert werden können, wird in Bayreuth und Regensburg ein umfassendes Versorgungsnetzwerk aufgebaut. Dieses umfasst spezialisierte Klinikärzt*innen, niedergelassene Ärzt*innen und Therapeut*innen insbesondere aus den Bereichen Physiotherapie, Psychotherapie und soziale Arbeit. Das Netzwerk wird sich zielgerichtet um die individuelle Lebensqualität der Patient*innen kümmern und sie dadurch bestmöglich in ihrem Kampf gegen den Krebs unterstützen.
Darüber hinaus ist geplant, die während des Projekts erhobenen Daten mit klinischen Daten des Bayerischen Krebsregisters zu verknüpfen. „Diese systematische Verknüpfung ist bisher einmalig in Deutschland. Sie eröffnet der Versorgungsforschung die Möglichkeit, gezielt und systematisch Forschungsfragen zu bearbeiten, die das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Patient*innen im Blick haben und damit über traditionelle klinische Parameter deutlich hinausreichen“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Martin Emmert.
Weitere Informationen:
https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/versorgungsforschung/lepalumo-verbesserung-der-lebensqualitaet-lq-von-patientinnen-mit-lungenkarzinom-durch-praeferenzorientiertes-lq-monitoring-in-verknuepfung-mit-krebsregisterdaten.545